Geschichte

Die Geschichte der Derendingia

1877 Als gemütliche Vereinigung Studierender wurde die Derendingia am 21.04.1877 in der Gaststätte Lamm in Derendingen gegründet – daher rührt der Name Derendingia. Anlass war der bevorstehende Festumzug zur 400-Jahr Feier der Eberhard-Karls-Universität, an dem unsere Gründungsmitglieder teilnehmen wollten, dies aber nur Verbindungen erlaubt war. Schon bald legte man auch einen speziellen Derendinger-Zirkel als Erkennungszeichen fest und bestimmte die Farben „blau-weiß-rot“ als Bundesfarben. Es sind die Landesfarben von Schleswig Holstein, aus dem die meisten unserer Gründungsmitglieder stammten.

Die Gründungsmitglieder

1896 wurde die Derendingia farbentragend, d.h. ihre Mitglieder tragen seitdem ein rot-weiß-blaues Band und eine schwarze Mütze (die Farben mussten in der Reihenfolge geändert werden, da schon eine andere Tübinger Verbindung ein blau-weiß-rotes Band trug). Auch das studentische Mensurenfechten war fester Bestandteil unseres Verbindungslebens.

1897 schloss sich die Derendingia dem Dachverband der Deutschen Burschenschaft an und führt seitdem den Namen Burschenschaft Derendingia.

1905 konnte nach nur neunmonatiger Bauzeit das Derendingerhaus in der Schlossbergstraße bezogen werden.

Das Derendinger Lamm

1919 trat die Derendingia in das Grün-Weiß-Rote Kartell ein, einem freundschaftlichen Interessenbündnis der Burschenschaften Hannovera Göttingen, Germania Jena und Frankonia Heidelberg innerhalb der Deutschen Burschenschaft.

1935 wurden – nach der Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933 – im Rahmen der sog. „Gleichschaltung“ alle Studentenverbindungen verboten. Dem großen Engagement unseres Alten Herrns Schröder III verdanken wir es, dass unser Bund diese schweren Zeiten überlebte und uns das rot-weiß-blaue Band auch heute noch eint.

1945: Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde auf dem Derendingerhaus die „Vereinigung Tübinger Korporationsstudenten“ gegründet. Sie hatte u.a. die Aufgabe, die Tübinger Verbindungen wieder ins Leben zu rufen. Die Aktion „Derendinger-Hilfe“ konnte getreu unserem Wahlspruch „Einer für alle, alle für einen“ Beträchtliches für Bundesbrüder in den Wirren der Nachkriegszeit leisten.

1950: Studentische Verbindungen wurden an den Universitäten offiziell wieder zugelassen. Die Burschenschaft Derendingia fand zu ihrem alten Bundesleben zurück. Auch der Fechtbetrieb wurde wieder aufgenommen. Er blieb allerdings Gegenstand der Diskussion.

1969 schafften die Derendinger das studentische Mensurenfechten ab und führten das Judo als Pflichtsport ein.

1981: Mit der Aufnahme eines Kriegsdienstverweigerers aus der Aktivitas in die Altherrenschaft wurde der damit zwangsläufig verbundene Ausschluss der Derendingia aus dem Dachverband der Deutschen Burschenschaft billigend in Kauf genommen.

2005: Die Derendinger feiern ihr 100 jähriges Hausjubiläum.

2007: Nachdem in den Jahren zuvor neben dem Judo auch das Sportfechten intensiv betrieben wurde, ist auf Antrag der Aktivitas das Judo durch das olympische Sportfechten als Pflichtsportart ersetzt worden.